Hermetische Gebete
Beeindruckende Gebete haben die Hermetiker verfasst: Auch sie durchzieht der Gedanke, dass man über Gott nichts aussagen kann und ein angemessenes Preisen nur im Schweigen möglich ist.
Die folgenden beiden Gebete stammen aus der »Schrift über die Achtheit und die Neunheit« (NHC VI. Der Form nach ist diese Schrift ein Gespräch zwischen einem Offenbarer und einem Offenbarungsempfänger. Besonders auffällig sind in ihr die Prägung durch die Liturgie (Gebet: 55,23-57,25) und das Ritual (Bruderkuss: 57,26f). Bemerkenswert ist auch der häufige Gebrauch von Vorstellungen, die sonst in Mysterienkulten üblich sind (Reinigung, Schweigepflicht über die empfangenen Geheimnisse, Schau, Schweigen als Höhepunkt der Schau usw.).
(NHC VI 6; 55,23ff) - Lass uns beten, oh mein Vater: Ich bitte dich, der du über dem Königreich der Kraft herrschst,
dessen Wort als (eine) Hervorbringung des Lichtes (zu uns) kommt.
Und seine Worte sind unsterblich;
sie sind ewig und unwandelbar.
Er ist der, dessen Willen Leben für die Abbilder an jedem Ort erzeugt.
Seine Natur gibt dem Sein Gestalt.
Aus ihm heraus bewegen sich die Seelen der [Achtheit und] die Engel [...].
Seine Vorsehung reicht bis zu jedem, [...] zeugt jeden.
Er ist der, der [...] den Äon unter Geistern.
Er hat alles erschaffen.
Der, der sich selbst in sich hat, sorgt für alle.
Er ist vollkommen, der unsichtbare Gott, den man im Schweigen (an)spricht;
- sein Abbild wird bewegt, indem es verwaltet wird, und es verwaltet.
Der stark ist an Kraft,
der über die Grösse erhaben ist,
der mehr auserwählt ist als (alle) Herrlichkeiten,
(es folgen magische Anrufungen).
Herr, gib uns Weisheit aus deiner Kraft, die zu uns reicht, damit wir uns (gegenseitig) die Schau der Achtheit und der Neunheit beschreiben können.
Wir sind schon zur Siebenheit gelangt, weil wir gottesfürchtig sind und in deinem Gesetz wandeln; und deinen Willen erfüllen wir jederzeit.
Wir wandelten nämlich auf [deinem Weg, und wir haben] hinter uns gelassen [...], damit deine [Schau] geschehe. Herr, gib uns die Wahrheit in dem Abbild!
Gewähre uns durch den Geist die Gestalt des Abbildes zu sehen, die keinen Mangel hat, und empfange von uns den Typos des Pleroma durch unser Lobgebet;
und erkenne den Geist, der in uns ist!
Denn durch dich wurde das All beseelt.
Denn aus dir, dem Ungezeugten, entstand das Gezeugte.
Die Geburt des Selbstgezeugten geschieht durch dich, die Geburt aller gezeugten Dinge, die existieren.
Empfange von uns die geistigen Opfer, die wir zu dir hinaufsenden aus unserem ganzen Herzen und unserer Seele und unserer ganzen Kraft!
Rette das, was in uns ist, und gib uns die unvergängliche Weisheit!
(NHC VI 6; 60,17ff) Ich werde den Lobpreis hinaufsenden durch mein Herz:
Ich rufe das Ende des Alls und den Anfang des Anfangs an,
den (Gegenstand) des menschlichen Suchens,
den unsterblichen Fund,
den Schöpfer des Lichtes und der Wahrheit,
den Sämann des Wortes,
die Liebe des unsterblichen Lebens.
Ein verborgenes Wort wird nicht von dir reden können, oh Herr.
Deswegen will mein Verstand dir täglich ein Loblied singen.
Ich bin das Instrument deines Geistes.
Verstand ist dein Plektrum.
Dein Ratschluss aber spielt auf mir.
Ich sehe mich selbst.
Ich habe von dir Kraft empfangen.
Deine Liebe hat uns getroffen.
http://www.wegbegleiter.ch/werke/diverse/gnosis.htm
Hermetische Gebete,Teil 1
Hermetische Gebete,Teil 1
Herzliche Grüße Flora
Wir sind alle Träger des Lichts
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Re: Hermetische Gebete,Teil 2
Aus Poimandres
Ein weiteres hermetisches Gebet liegt in Poimandres (CH I) vor, einer Offenbarungsschrift, die u.a. die Entrückung des Offenbarungsempfängers zum Inhalt hat. In einer Vision und durch ein Offenbarungsgespräch mit Poimandres wird ihm enthüllt, wie der Mensch in seine tragische Situation der Sterblichkeit geraten ist. Am Schluss der Schrift spricht der nun in das Wissen Eingeweihte folgendes Gebet:
(CH I 31) Heilig ist der Gott, der Vater des Alls.
Heilig ist der Gott, dessen Wille durch seine Kräfte geschieht.
Heilig ist der Gott, der erkannt werden will.
Und er wird erkannt von den Seinen.
Heilig bist du. Du hast mit einem Wort alles, was existiert, hervorgebracht.
Heilig bist du. Dein Bild wurde die ganze Natur.
Heilig bist du. Dich hat die Natur nicht gestaltet.
Heilig bist du. Du bist stärker als jede Kraft.
Heilig bist du. Du bist grösser als jede Grösse.
Heilig bist du. Du bist über jedem Rühmen.
Nimm an geistige, reine Opfer aus (der) Seele und (dem) Herzen.
Sie strecken sich zu dir aus, Unaussprechlicher, Unbenennbarer.
Dich nennt (nur) das Schweigen.
Neige dich mir zu und gib mir, der ich dich bitte, das Vermögen, nicht aus der Erkenntnis zu fallen, die unserem Wesen entspricht!
In dieser Gnade will ich jenen ein Licht sein, die in Unkenntnis über ihre Herkunft sind.
Sie sind meine Brüder, deine Kinder.
Darum glaube und bezeuge ich:
Ich gehe zum Leben,
ich gehe zum Licht.
Gepriesen bist du, Vater.
Dein Mensch will mit dir heiligen, wie du ihm die ganze Macht gegeben hast.
Ein weiteres hermetisches Gebet liegt in Poimandres (CH I) vor, einer Offenbarungsschrift, die u.a. die Entrückung des Offenbarungsempfängers zum Inhalt hat. In einer Vision und durch ein Offenbarungsgespräch mit Poimandres wird ihm enthüllt, wie der Mensch in seine tragische Situation der Sterblichkeit geraten ist. Am Schluss der Schrift spricht der nun in das Wissen Eingeweihte folgendes Gebet:
(CH I 31) Heilig ist der Gott, der Vater des Alls.
Heilig ist der Gott, dessen Wille durch seine Kräfte geschieht.
Heilig ist der Gott, der erkannt werden will.
Und er wird erkannt von den Seinen.
Heilig bist du. Du hast mit einem Wort alles, was existiert, hervorgebracht.
Heilig bist du. Dein Bild wurde die ganze Natur.
Heilig bist du. Dich hat die Natur nicht gestaltet.
Heilig bist du. Du bist stärker als jede Kraft.
Heilig bist du. Du bist grösser als jede Grösse.
Heilig bist du. Du bist über jedem Rühmen.
Nimm an geistige, reine Opfer aus (der) Seele und (dem) Herzen.
Sie strecken sich zu dir aus, Unaussprechlicher, Unbenennbarer.
Dich nennt (nur) das Schweigen.
Neige dich mir zu und gib mir, der ich dich bitte, das Vermögen, nicht aus der Erkenntnis zu fallen, die unserem Wesen entspricht!
In dieser Gnade will ich jenen ein Licht sein, die in Unkenntnis über ihre Herkunft sind.
Sie sind meine Brüder, deine Kinder.
Darum glaube und bezeuge ich:
Ich gehe zum Leben,
ich gehe zum Licht.
Gepriesen bist du, Vater.
Dein Mensch will mit dir heiligen, wie du ihm die ganze Macht gegeben hast.
Herzliche Grüße Flora
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