Was ist der Teufel eigentlich für ein Bursche?

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Was ist der Teufel eigentlich für ein Bursche?

Beitrag von DocNobbi »

Der Teufel im Christentum
Der Hochmütige „Luzifer“ wird aus dem Himmel verbannt
Der Hochmütige „Luzifer“ wird aus dem Himmel verbannt
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Im Christentum ist der Teufel der Inbegriff des Bösen, er wird auch (abweichend von der alttestamentlichen Bedeutung dieser Namen) „Satan“ oder „Luzifer“ genannt[2]. Der Teufel wird hier als ein eigenständiges Geistwesen vorgestellt, das danach mit seinem freien Willen nicht unter der direkten Herrschaft und der direkten Befehlsgewalt Gottes steht. Der Teufel wird dabei als ein aus dem Himmel gefallener Engel angesehen, der gegen Gott rebellierte und seitdem die Welt heimsucht.

Im Christentum hat sich weiterhin die Vorstellung entwickelt, dass der Teufel die Schlange im Garten in Eden war, der die Menschen zur Erbsünde verführt hätte, wodurch die einzig mögliche Heilung davon durch das Opfer des Jesus von Nazareth nötig geworden sei. In der Tradition des Christentums wird der Teufel als Verfasser der Lügen und die Ursache des Bösen in der Welt stigmatisiert, der auf der Erde herumgeistert und auf Menschen und die Welt einwirkt, etwa, indem er Menschen Lügen sagen lässt oder Unheil für Menschen verursacht. Viele fundamental gläubige Christen und besonders auch freikirchliche Christen nehmen an, dass ein ungläubiger Mensch vom Teufel besessen sein kann oder als Teufel wirken kann. Viele liberale Christen sehen die Bedeutung des Teufels jedoch in metaphorischer Weise. Die Antwort auf die Frage „Warum gibt es das Böse in der Welt?“ wird so in liberalen christlichen Kreisen, in übertragener Weise mit dem Teufel beantwortet, obwohl die Existenz eines personifizierten Geistwesens, das auf der Welt herumgeistert, abgelehnt wird.[3]. Es muss hier betont werden, dass diese Vorstellungen sich weder auf die hebräische Bibel stützen können noch vom Judentum gelehrt werden oder etwa zur Zeit des Lebens des Jesus von Nazareth gelehrt wurden. Diese Vorstellungen und etwaige ihnen zugrunde gelegte Interpretationen des christlichen Alten und Neuen Testaments sind dagegen mittelalterliche volkstümliche mythologische Vorstellungen und mittelalterliche christliche Lesarten der biblischen Schriften (siehe Kapitel „Judentum“, weiter unten).
Im Neuen Testament wird Satan als „Der große Drache, die uralte Schlange, die Widerwirker und Satan heißt“ (Offenbarung 12,7 EU) und „Fürst des Vollmachtsgebiets der Luft“ (Epheser 2,2 EU) vorgestellt. Das christliche Verständnis beinhaltet zudem, dass die Schlange, die im Garten Eden Eva versuchte, vom Teufel gebraucht worden oder auch eine Erscheinungsform des Teufels gewesen sei. In Offenbarung 12,9 und 20,2 wird Satan als die Urschlange bezeichnet. Auch die Aussage Jesu aus dem Johannesevangelium (8,44 EU) stützt dies, da dort Satan und nicht die Schlange als der Vater der Lüge bezeichnet wird. Kurz in der Bibel vor Noah ohne Namen und besonders ausführlich als Azazel im apokryphen Buche Henoch wird er als einer der Gottessöhne erwähnt, welche durch ihr Begehren der Menschentöchter mit diesen die Nephilim, die „Riesen der Vorzeit“ zeugten.
Im Neuen Testament wird Satan mit einem Engel des Lichts verglichen (2. Korintherbrief 11,14) und als personifiziertes Geistwesen vorgestellt, das stets als Teufel agiere. So heißt es: „der Widerwirker sündigte von Anfang an“ (1. Johannes 3,8). Und außerdem war er „ein Menschentöter von Anfang an und hat nicht in der Wahrheit gestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist“ (Johannes 8,44).

Bei Jesaja 14 findet sich ein Spottlied auf den König von Babel, von dem eine Stelle später von christlicher Tradition auf den Satan bezogen wurde, ursprünglich aber eine Anspielung auf die Gestalt des Helel, aus der babylonischen Mythologie ist, das Gegenstück zum griechischen Gott Helios. Der Bezug auf den König wird schon anfänglich klargemacht:
„4 da wirst du dieses Spottlied anstimmen über den König von Babel und sagen: Wie hat aufgehört der Unterdrücker, aufgehört das Anstürmen!“
Die Stelle selbst lautet:
„12 Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, Überwältiger der Nationen! 13 Und du, du sagtest in deinem Herzen: »Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden. 14 Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleichmachen.« - 15 Doch in den Scheol wirst du hinabgestürzt, in die tiefste Grube.“
(Zitiert nach revidierter Elberfelder Übersetzung)

Die christlichen Kirchenväter sahen in dem zuletzt zitierten Text eine Parallele auf den in Lukas 10,18 beschriebenen Fall Satans („Ich sah Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz“). Eine theologische Begründung für die Gleichsetzung besteht darin, dass die Stadt Babylon in der Offenbarung mit dem Teufel am jüngsten Tag gemeinsam von Gott vernichtet werde. Andere wenden dagegen ein, dass eine angenommene gleichzeitige Vernichtung keine Identität bedeute.
Auf ähnliche Weise wurden auch Teile von Ezechiel 28 nach christlichem Verständnis auf den Fall des Satans bezogen. Dort spricht der Prophet vom Ende des Königs von Tyrus, der wegen seines Hochmuts, in dem er sich für einen Gott hält, angeklagt wird. In den Versen 14-15 heißt es dann an den König gerichtet:
„Du warst ein mit ausgebreiteten [Flügeln] schirmender Cherub, und ich hatte dich [dazu] gemacht; du warst auf Gottes heiligem Berg, mitten unter feurigen Steinen gingst du einher. Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tag an, als du geschaffen wurdest, bis sich Unrecht an dir fand.“
(Ebenfalls zitiert nach der revidierten Elberfelder Übersetzung. Modernere Übersetzungen, die dem Wortlaut der Hebräischen Bibel näher kommen wollen, sprechen aber nur davon, dass der König einem Cherub beigesellt wurde.)

Paulus bezeichnet den Teufel als den Gott dieser Welt (2. Korintherbrief 4,4) und in den Evangelien tritt der Teufel in der Rolle des Versuchers auf, der Jesus zu einem Missbrauch seiner göttlichen Macht verleiten will (Matthäus 4). In den christlichen Erzählungen bezieht sich Jesus darüber hinaus in diversen Gleichnissen auf den Teufel. U. a. das Gleichnis vom Unkraut und Weizen, beschreibt eine Begründung der Existenz des Teufels:
Das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen (Mt 13,24 -30 EU): 24 „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann (Gott), der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.“

Vor dem Tausendjährigen Reich gibt es (nach der christlichen Offenbarung des Johannes) einen Kampf zwischen den Kräften des Guten (Michael und seine Engel) und Satan, der damit endet, dass der Teufel und seine Anhänger auf die Erde geworfen werden (Höllensturz; Offenbarung 12). Für die Dauer des Tausendjährigen Reichs wird er aber gefesselt (Offb 20, Verse 1-3), um danach wieder kurz freigelassen zu werden (Offb 20, Vers 7). Er verführt dann für eine gewisse Zeit Menschen, ehe er in einem Feuersee landet (Offb 20,11).
Der Teufel in der christlichen Inquisition und Hexenverfolgung
In der Frühen Neuzeit, genauer etwa seit dem Ende des 15. Jahrhunderts bis weit ins 18. Jahrhundert hinein, trug der christliche Glaube an die Existenz des Teufels, als Personifikation des Bösen und Gegenspieler Jesu, der als Wesen mit übermenschlicher Macht und freiem Willen gegen Gott und die christlichen Gläubigen arbeitet, wesentlich zur damaligen Hexenverfolgung bei. Papst Innozenz VIII. dehnte die Inquisition 1484 durch die Hexenbulle weiter aus. In dieser päpstlichen Bulle, bezeichnete Innozenz VIII. feierlich das Hexenwesen als etwas Reales. Der eifrige Inquisitor Heinrich Kramer veröffentlichte 1487 eine Darstellung des Inquisitionsprozesses im Hexenhammer (malleus maleficarum).
Der Hauptvorwurf, der den Hexen bzw. Hexenmeistern damals gemacht wurde, war, dass sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hätten und darüber hinaus mit ihm Geschlechtsverkehr (die so genannte Teufelsbuhlschaft) treiben würden, also eine damalige christliche Form des juristischen Zirkelschlusses, der dem Justizmissbrauch, dem Unrecht und der Bereicherung Tür und Tor öffnete.

Die volkstümliche Darstellung des christlichen Teufels geht oft auf ursprünglich heidnische Götter zurück, die in christlicher Weise umgedeutet, konvertiert und als Teufel abgewertet wurden. Es besteht eine weitgehende äußere Übereinstimmung mit dem griechischen Gott Pan. Der Teufel wird meist schwarz und behaart, mit einem oder zwei Bocks- oder Pferdefüßen, Widderhörnern, einem Schwanz, hässlichem Gesicht und langer Habichtsnase dargestellt. Bei seinem Verschwinden hinterlasse er zudem einen argen Gestank. Die „Habichtsnase“ ist als eine aufaddierte Form der Darstellung antijudaistischer Stereotype zu verstehen. Die christliche Bibel enthielt in früher Zeit zudem die falsche Übersetzung, derzufolge Moses Hörner, wie der Teufel, trage[4], nachdem er der Schechinah Gottes gewahr worden war.
Der angebliche Wohnort des oder der Teufel ist die Hölle. Der Begriff „Hölle“ wiederum ist von dem Namen der germanischen Unterwelt Hel abgeleitet (die Herrscherin über diese Unterwelt trägt ebenfalls den Namen Hel).
Manchmal wird der Teufel auch gedeutet als der Archetypus des lüsternen und potenten Mannes sowie ein Symbol für die inneren Triebe und Kräfte, die in den Menschen ruhen.
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Beitrag von DocNobbi »

Der Teufel in der christlichen Gegenwart

In der gegenwärtigen theologischen Reflexion wird das christliche Verständnis der Figur des Teufels so gut wie nicht mehr thematisiert. Selbst wenn an der Existenz des Teufels im Katechismus der Katholischen Kirche festgehalten wird und Papst Johannes Paul II. während seines Pontifikates sie wiederholt bekräftigt hat, gibt es keine dogmatische Definition des Teufels. Die katholische Lehre gibt mithin die katholische Lesart der christlichen Bibel wieder. Seitens der Bibelkritik hingegen scheint der Teufel als theologischer Begriff das Programm der Entmythologisierung der neutestamentlichen Verkündigung von Rudolf Bultmann nicht überlebt zu haben. Das rezente Volkschristentum ist dagegen eher den Teufelsvorstellungen des christlichen Mittelalters verhaftet geblieben.

Der katholische Literaturwissenschaftler und Anthropologe René Girard interpretiert das christliche Verständnis der Figur des Teufels bzw. Satans in seiner Analyse der neutestamentlichen Texte, als eines der Hauptmotive der christlichen Offenbarung. Im Rahmen der von ihm formulierten mimetischen Theorie ist die Teufelsdarstellung in den Evangelien ein Paradigma des mimetischen Zyklus: Der Teufel ist der Versucher und der Stifter des Begehrens und des „Ärgernisses“ (skándalon), sein Wirken ist die sich selbst austreibende mimetische (=nachahmende) Gewalt und er ist der „Mörder vom Anfang“, der das mythische Religionssystem, den kirchlichen Christusmythos, das ist die Gottwerdung und Anbetung des jüdischen Wanderpredigers, Rabbiners und Messias Jesus von Nazareth und die Trennung vom Judentum, hervorbringt. In der Bloßstellung der menschlichen (mimetischen) Gewalt durch die Passion und im darauffolgenden Ende des heilbringenden Opferkultes der archaischen Welt sei der Sinn des Triumphes des Kreuzes über die „Gewalten und die Mächte“ des Kolosserbriefes (2,14-15) sowie jene Täuschung der „Herrscher dieser Welt“ des 1. Korintherbriefes (2,6-8) zu sehen, wenn man diese und ähnliche Begriffe mit Satan gleichsetzt, wie die Kirchenväter es machten. Girards Auffassung ist von manchen theologischen Kreisen rezipiert worden, allerdings sind seine Gedanken in der christlichen Dogmatik ungewöhnlich und in der kirchlichen Öffentlichkeit noch kaum bekannt. Er verweist jedoch auf Origenes′ und seine These des vom Kreuz getäuschten Satans als Träger „eine(r) wichtige(n) Intuition“, die in der westlichen Kirche „unter den Verdacht, ‚magisches Denken‘ zu sein“ geriet. Es bleibt abzuwarten, ob diese Deutung in der Exegese weiteren Anklang finden wird.

Im freikirchlichen protestantischen sowie pietistischen Raum nimmt die Figur des Teufels und die Warnung vor seinem Wesen und Wirken vielfach weiterhin einen nicht unbeträchtlichen Raum ein.
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Re: Was ist der Teufel eigentlich für ein Bursche?

Beitrag von DocNobbi »

Islam und der Teufel

Im Islam ist Iblis (arabisch إبليس) der Widersacher der Menschen. Nach islamischer Lehre ist Iblis ein Schaitan (arabisch: الشيطان, bedeutungs- und herkunftsgleich mit hebräisch שטן = „Satan“), d. h. ein vom Guten abgewandter Dschinn, und nur ein Geschöpf Allahs/Gottes.

Der Teufel weigert sich aus Hochmut, sich vor Adam auf den Befehl Gottes niederzuwerfen, da er (Iblis) aus rauchlosem Feuer geschaffen ist und den Menschen (aus Lehm geschaffen) als minderwertig betrachtet.

Er (Gott) sprach: „Was hinderte dich daran, dich niederzuwerfen, nachdem ich es dir befohlen habe?“ Er (der Teufel) sagte: „Ich bin besser als er (Adam). Du hast mich aus Feuer erschaffen, ihn aber erschufst Du aus Lehm.“ (12.) Er (Gott) sprach: „Hinab mit dir von hier! Es ziemt sich nicht für dich, hier hochmütig zu sein. Hinaus denn; du bist wahrlich einer der Erniedrigten.“ (13.) Er (der Teufel) sagte: „Gib mir eine Frist bis zum Tag der Auferstehung.“ (15.) Er sprach: „Fürwahr, die Frist ist dir gewährt.“ (16.) Er sagte: „Wie Du mich in die Irre gehen ließt, werde ich ihnen auf deinem geraden Weg auflauern.“ (17.) „Dann will ich von vorn und von hinten, von ihrer rechten und ihrer linken über sie kommen, und Du wirst die Mehrzahl von ihnen undankbar finden.“ (18.) Er sprach: „Weg von hier, verachtet und verstoßen! Wahrlich, wer von ihnen dir folgt, mit euch allesamt fülle ich die Hölle!“

Der Teufel bat Gott, ihm eine Frist bis zum jüngsten Gericht zu gewähren, um versuchen zu können, die Menschen vom Rechten Weg abzubringen. Gott gewährte ihm diese Frist und sagte, dass Er die Hölle mit dem Teufel und denen, die ihm folgen werden, füllen wird (vgl. Sure 7, A'râf (Die Anhöhnen), Vers 12-18)

Es gehört zu den Prüfungen der Menschheit, sich zu entscheiden, d.h. für Gott oder für Schaitan. Somit ist Schaitan, ob er es will oder nicht, Gottesdiener, weil auch er nur Werkzeug in Gottes Plan ist, dem er sich nicht entziehen kann. Am Tag des Gerichts wird er seine Strafe bekommen. Dem Islam ist die Vorstellung fremd, dass Schaitan Widersacher Gottes oder eine Art Kräfte-Gegenpol ist. Das Prinzip Gut gegen Böse als Gegenkräfte ist hier nicht anwendbar, denn nur Gott ist der absolut Mächtige, Schaitan ist dagegen lediglich Versucher der Menschen, dem Gott eine Frist gesetzt hat. Schaitan ist nicht allmächtig - aber gefährlich für die Menschen, solange sie wanken und sich Gott nicht völlig ergeben.
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Re: Was ist der Teufel eigentlich für ein Bursche?

Beitrag von DocNobbi »

Judentum. Natürlich kennen auch die Juden den Teufel..

Als die hellenistischen Juden die hebräischen Texte von Hiob 1 und Sacharja 3 in das Griechische übersetzte, so wird ha-Satan zu diabolos „Teufel“ in der Septuaginta.
Es gibt aber keinen Christlichen „Teufel“ im Judentum. Die Vorstellungen von Satan sind im Judentum deutlich verschieden von den Vorstellungen und der Verwendung des Begriffs Satan im Christentum und im Islam. Weil das „Alte Testament“ der christlichen Bibel in etwa wortgleich vom Tanach übernommen wurde, jedoch in der Deutung und der Lehre sowie in den Diskussionen der jeweiligen Gelehrten erheblich von der Tradition und Lehre der hebräischen Bibel abweicht, ergeben sich hier bedeutende Unterschiede.

Satan ist in der hebräischen Bibel vor allem der Titel eines Anklägers am göttlichen Gerichtshof. Die hebräische Bezeichnung „Satan“ (שטן, Sin-Teth-Nun) bedeutet soviel wie „Ankläger“. Die Bezeichnung „Satan“ kann auch für Menschen verwendet werden, das hebräische Wort wird dann im Allgemeinen ohne den bestimmten Artikel benutzt (Numeri 22,22.32; 1. Samuel 29,4; 1. Könige 5,18; 11,14.23.25; Psalm 109,6; als Verben im Sinne von „Anfeindungen“ in Psalm 38,21; 71,13; 109,4.20.29). Üblicherweise wird der Titel Satan verschiedenen Engeln verliehen und kann dann auch allein bezeichnend sein.

Wichtiges Unterscheidungskriterium zu den Satans- und Teufelsbegriffen anderer Religionen ist, dass Satan im Judentum nicht als etwas Personifiziertes oder gar als das personifizierte Böse betrachtet und gelehrt wird. So sind die Vorstellungen eines personenhaften Satan als Gegenspieler der Gläubigen oder etwa eigenständiger „Versucher“ und Gegenspieler von Jesus, dem personifizierten Guten, Vorstellungen des Christentums, die jenen des Islam ähneln. Im Judentum wird sowohl das Gute als auch das Böse als zwei Seiten einer Zusammengehörigkeit gesehen, die beide z. B. in Gott, dem ewigen Wesen, begründet sind. Gut und Böse sind von dieser Welt, der Gott, das ewige Wesen, transzendent gegenübersteht. Der Satan, wenn der Titel einem Engel in einem Zusammenhang oder in einer Erzählung gegeben wurde, handelt dabei stets nicht eigenmächtig und nicht nach eigenem Willen, sondern im Auftrag Gottes und steht voll unter der Kontrolle und dem Willen Gottes. Der Titel Satan wird in der hebräischen Bibel und anderen heiligen Schriften des Judentums verschiedenen Engeln und Menschen verliehen.
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William_Blake_007.jpg (14.94 KiB) 5611 mal betrachtet
Satan schüttet die Plagen über Hiob aus (William Blake)

Die ausführlichste Darstellung, in der ein Engel mit dem Titel „Satan“ in Gottes Auftrag wirkt, findet sich im Buch Hiob der hebräischen Bibel. Die Erzählung beginnt mit der Szene am himmlischen Gerichtshof, bei dem Engel und Gott anwesend sind. Aufgrund des Einwands eines Engels in dieser göttlichen Gerichtshofsrunde, der als Ankläger, also als Satan fungiert, kommt es zu einem Vorwurf an Gott. Der fromme und wohlhabende Hiob halte Gott nur deshalb die Treue, weil Gott um ihn herum kein Unglück zulasse. Daraufhin gestattet Gott Satan, Hiobs Gottvertrauen auf die Probe zu stellen. Trotz der Unglücke und trotz der leidvollen Krankheit, die den nichtsahnenden Hiob daraufhin in Form der sprichwörtlichen Hiobsbotschaften durch den Satan im Auftrage Gottes ereilen, akzeptiert Hiob sein trauriges Los und flucht seinem Gott nicht. Er kritisiert ihn jedoch und besteht darauf, dass er nichts Unrechtes getan habe. Hiobs Freunde sind davon überzeugt, dass er ein Unrecht begangen haben müsse, denn Gott lasse es nicht zu, dass ein Unschuldiger so viel Unglück zu erleiden habe. Damit wird der Einwand des Engels widerlegt, es gebe keinen Menschen, der Gott in jeder Situation treu bliebe oder von Gott abfalle, sobald es ihm aus menschlicher Sicht schlecht ergehe. In zwei weiteren Fällen tritt ein Satan als Versucher (1. Buch der Chronik 21,1) oder Ankläger (Sacharja 3,1) des sündigen Menschen vor Gott auf. Im 4. Buch Mose, auch Numeri, ist Satan nicht negativ handelnd, sondern wird von Gott gesandt, um Schlimmeres für Balaam zu verhindern.

In den außerbiblischen volkstümlichen jüdischen Erzählungen des europäischen Mittelalters wird der Titel Satan manchmal einem Engel, der von Gott verstoßen wird, weil er sich selbst gottgleich stellen wollte, gegeben. Die Geschichten, in denen dies geschieht, sind dabei in vollem Bewusstsein und Kenntnis der Lehren des Judentums, die solche Vorstellungen stets ablehnten, gegenüberstellend erzählt. Er gilt als Träger des Prinzips des Bösen. Hier werden auf alte Begrifflichkeiten des persischen Kulturkreises, in dem das duale Prinzip des Kampfs Gut gegen Böse eine große Rolle spielt, und die Vorstellungen der umgebenen christlichen Kultur angespielt. Es sind daher eher phantastische Erzählungen oder Schauergeschichten und nicht biblische jüdische Lehren oder lehrhafte jüdische Erzählungen der Tradition. Evtl. werden die Vorstellungen des Christentums auch nur illustratorisch nacherzählt, um die Position der Christen, die in Widerspruch zu denen des Judentum stehen, vorzustellen.
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orakelschwester
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Re: Was ist der Teufel eigentlich für ein Bursche?

Beitrag von orakelschwester »

Hallo,

ich selbst glaube nicht an den Teufel,obwohl ich auch Christin bin. Für mich gibt es nur Lichgestalten oder arme niedre Wesen die noch nicht den Weg zurück zu Gott gefunden haben.
Weshalb sollte Gott ein Wesen( den Teufel) erschaffen haben? Für mich gibt es da keine logische Erklärung.

LG
Ulrike
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Re: Was ist der Teufel eigentlich für ein Bursche?

Beitrag von norbert51de »

Ulrike schreibt:
Weshalb sollte Gott ein Wesen( den Teufel) erschaffen haben? Für mich gibt es da keine logische Erklärung.
Liebe Ulrike,

die Erklärung liegt darin, dass Gott am Anfang nur lichte Wesen erschaffen hat. Die Schöpfung ist sein Gegenüber, das ein eigenes Leben führt.
Und so konnte es geschehen, dass einzelne Wesen sich vom Licht Gottes abwandten, gegen sein Liebesgebot verstiessen und die Folge war ein Absturz in die Finsternis.
Der Anstifter zu diesem Abfall von Gott ist der Geist, der uns unter dem Namen Lucifer bekannt ist.
Die Menschen fielen dann später aus dem Paradies - unter der Einwirkung Lucifers. Die Folge war, dass sie fortan unter seiner Gewalt standen.
Erst durch die Liebeserlösertat Jesu - den Kreuzestod und den nachfolgenden Abstieg in die Hölle - ist es den abgefallenen Wesen wieder möglich, zu Gott zurückzukehren.

Allerdings - die Entscheidung, ob ein Mensch zu Gott zurückkehren will - muss jeder Mensch selbst treffen.

Liebe Grüße,
Norbert
Gott segne Euch alle!
Marleen
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Re: Was ist der Teufel eigentlich für ein Bursche?

Beitrag von Marleen »

Hallo Noebert,
hier bin ich entschieden anderer Meinung!
Woher sollte ein Lichtwesen wissen was Gut oder Böse ist?
Wenn Gott doch alles in Liebe erschaffen hat?
Das erkläre mir erstmal und dann sehen wir weiter. :lol:
Marleen
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Re: Was ist der Teufel eigentlich für ein Bursche?

Beitrag von norbert51de »

Marleen schreibt:
Woher sollte ein Lichtwesen wissen was Gut oder Böse ist?
Wenn Gott doch alles in Liebe erschaffen hat?
Liebe Marleen,

zunächst einmal: warum sollte ein Lichtwesen das denn NICHT wissen?

Es gibt unterschiedliche Erklärungen dafür, wodurch sich Lucifer letztendlich von Gott losgesagt hat.

Meine persönliche Auffassung ist so: Lucifer wollte so sein wie Gott.

Die Lichtwesen sind ja mit unglaublichen Fähigkeiten ausgestattet. Selbst wir Menschen werden größere Werke tun können, als Jesus sie auf Erden vollbracht hat.
Da liegt es nahe, dass ein Lichtwesen schon mal übermütig wird und die Vorherrschaft Gottes, des Vaters, in Frage stellt.

Lucifer wollte so sein wie Gott. Da kam MI-CHA-EL - das heisst: WER IST WIE GOTT? und rief: NIEMAND ist wie Gott. Und dann stürzte er Lucifer in die Finsternis, in die Trennung von Gott. Hier entwickelte er sein Eigenleben in der Gottesferne und das BÖSE war geboren.

Liebe Grüße,
Norbert
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pia
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Re: Was ist der Teufel eigentlich für ein Bursche?

Beitrag von pia »

wenn jemand der bergriff Teufel zu unglaublich erscheint,
kònnen wir ihn ja Antichrist nennen- das klingt klarer.

sich das bòse oder sùnde einfach wegdenken wollen funtioniert wahrscheinlich nicht.

kleine kinder machen auch die augen zu und meinen dann nicht mehr gesehen zu werden. :P

das ist lieb , aber hilft nix.

wir sind noch immer da
und
das bòse auch.
*seufz*
pia
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Re: Was ist der Teufel eigentlich für ein Bursche?

Beitrag von DocNobbi »

Danke Norbert, bist eben eines Namenspartner würdig :lol: hast ja meine Sicht im wesentlichen schon meisterhaft weiter gegeben..
Pia, Anti also gegen Christ , der Name würde für den Teufel schon auch passen.

Aber wir verstehen halt unter Antichrist eigentlich (deutsch auch: Widerchrist, Endchrist) eine Figur der christlichen Apokalyptik, die als Gegenspieler und Gegenmacht Jesu Christi vor dessen Wiederkunft erwartet wird. Der Begriff stammt aus dem Neuen Testament und bezeichnet dort einen Menschen, der „gegen den [von Gott] Gesalbten“ (griechisch ἀντὶ Χριστοῦ, ὁ Ἀντίχριστος)[1] auftritt und falsche Lehren über ihn verbreitet. Der Begriff wurde in der Christentumsgeschichte schon auf viele verschiedene Personen und Mächte der jeweils überschaubaren Gegenwart bezogen und ausgedeutet. Für manche wird es der Papst sein, andere meinten zur damaligen Zeit, es könne Hitler, Bush oder Obama sein..
Ich denke, lassen wir uns doch überraschen..
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