Traumapädagogische Hilfe in Kenia

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Bargusin
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Traumapädagogische Hilfe in Kenia

Beitrag von Bargusin »

Die Freunde der Erziehungskunst werden 2012 verschiedene traumapädagogische Projekte im Kakuma-Flüchtlingslager im Nordwesten Kenias aufbauen, um die von Hunger, Krieg und Flucht traumatisierten Kinder und Jugendlichen bei der Verarbeitung ihrer schockierenden Erlebnisse zu unterstützen.
Einsatzgebiet für Traumaarbeit
Einsatzgebiet für Traumaarbeit
FluechtlingscampKenia.jpg (21.84 KiB) 3325 mal betrachtet
Vertreibung, Verstümmelung, Misshandlung, Kinderarbeit, Prostitution, Gewalt, Drogen und sexueller Missbrauch prägen den Alltag der Kinder, die vor der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika fliehen. Spielen, Malen und Basteln sind für sie etwas Aussergewöhnliches. Unter den Flüchtlingen befinden sich auch ehemalige Kinder-Soldaten aus Somalia. Rund 4.000 Kinder haben das Flüchtlingslager ohne Eltern erreicht. Oftmals werden sie in Familien eingegliedert und dort als Sklaven missbraucht, ohne ausreichende Nahrung. Auch diejenigen Kinder, die mit ihren Familien nach der kräfteraubenden Flucht in Kakuma ankommen, sind weiteren Gefahren innerhalb des Camps ausgesetzt.

Um die seelischen Wunden dieser Kinder zu heilen und sie psychosozial zu stabilisieren, bedarf es eines Ortes, an dem sie sicher sind und ihren kindlichen Bedürfnissen nachgehen können. Daher werden die Freunde der Erziehungskunst in Zusammenarbeit mit der Nairobi Waldorf School und der ostafrikanischen Waldorfbewegung sowie mit Unterstützung der vor Ort tätigen UNHCR verschiedene Initiativen mit traumapädagogischem Fokus errichten.

Ein Kindergarten und ein Kinderschutzzentrum mit außerschulischen Aktivitäten werden entstehen. Zusätzlich wird es verschiedene Aktivitäten für Kinder geben, die nach ihrer Ankunft im Flüchtlingslager teilweise mehrere Monate im Aufnahmezentrum warten müssen. 13 Personen aus dem Flüchtlingslager sowie sieben (Waldorf-) Lehrer aus Kenia werden für den Umgang mit traumatisierten Kindern geschult und ausgebildet.

Das Kakuma Flüchtlingscamp liegt im Nordwesten Kenias. 1992 von der kenianischen Regierung gegründet, dient es heute abertausenden von Menschen aus Äthiopien, Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, Eritrea, Ruanda, Somalia und Uganda. Rund 90.000 Menschen beherbergt das Camp, das vom Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) verwaltet wird, aktuell. Die Zahl der Flüchtlinge wächst täglich, da u.a. immer mehr Menschen aus Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt, ankommen.

Um nachhaltige traumapädagogische Strukturen aufbauen und lokale Mitarbeiter für die Fortführung der notfallpädagogischen Maßnahmen beschäftigen zu können, sind die Freunde der Erziehungskunst dringend auf Unterstützung angewiesen. Jede Spende kommt direkt der traumapädagogischen Arbeit und den Kindern im Kakuma-Flüchtlingslager zugute.

Spendenkonto: Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.
GLS Bank Bochum, BLZ 430 609 67, Konto 800 800 700, Stichwort »Ostafrika«


Von Michaela Mezger, Dezember 2011
http://www.freunde-waldorf.de/


Quelle: http://www.erziehungskunst.de/
Herzliche Grüße
Ralf (Bargusin)


"Halt dich fern von der Weisheit, die nicht weint, von der Philosophie, die nicht lacht und von der Größe, die sich nicht vor Kindern verneigt." (Khalil Gibran)
Bargusin
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Re: Traumapädagogische Hilfe in Kenia

Beitrag von Bargusin »

Raus aus dem Winkel
40 Jahre "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners"

Sonderheft mit Beiträgen aus der weltweiten Arbeit

40Jahre-FreundeErziehungskunst.jpg
40Jahre-FreundeErziehungskunst.jpg (14.69 KiB) 3322 mal betrachtet
Liebe Leserin, lieber Leser,

echte Freunde sind nicht angenehm. Freundschaft heißt nicht Friede, Freude, Eierkuchen. Ein Freund ist mir ein verläßliches Gegenüber, das einem gelegentlich auch die ungeschminkte Wahrheit sagt. Ein Freund steht zu mir – in guten wie in schlechten Zeiten. Und er hilft – immer und selbstlos.

Die »Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners« hatten vor 40 Jahren dieses Gründungsmotiv. Bis heute sorgen sie, ohne davon einen Vorteil zu haben, für das Gedeihen der Waldorfschulbewegung weltweit. Diese Hilfe reicht von den Freiwilligendiensten, ohne die die soziale Infrastruktur in Deutschland zusammenbrechen würde, dem Aufbau kleinster Waldorfinitiativen in einem afrikanischen Dorf, bis zu notfallpädagogischen Einsätzen in Kriegs- und Krisengebieten in Gaza oder Chengdu. Ihr Einsatz für ein freies Schulwesen ist nicht immer ungefährlich.

Hier begegnen sich Pädagogik und Politik, die oft in einem unlösbaren Spannungsverhältnis zueinander stehen.

Ein weiteres Motiv, dem sich die »Freunde« verpflichtet fühlen: 1921 äußerte Rudolf Steiner die Idee, einen Weltschulverein »auf internationalem Boden« zu begründen: »Ich bin überzeugt davon«, sagte Steiner in Den Haag, »daß die wichtigste Angelegenheit für die soziale Menschheitsentwicklung die Begründung eines solchen Vereins ist, der in den weitesten Kreisen den Sinn für reales, konkretes, freies Geistesleben erweckt. Wenn solche Stimmung über die Welt existieren wird, dann wird man nicht Waldorfschulen als Winkelschulen errichten müssen, die von Staatsgnaden bestehen, sondern dann werden die Staaten gezwungen sein, da, wo freies Geistesleben wirklich Schulen gründet, aus ihren eigenen Bedingungen heraus diese Schulen voll anzuerkennen, ohne von staatlicher Seite aus irgendwie hineinzureden.«

Das hat nichts mit Waldorf-Kulturimperalismus zu tun, sondern gilt für alle Menschen, die einen »Sinn« für die soziale Notwendigkeit eines freien Schulwesens und seiner weltweiten Vernetzung haben. Darin liegt der Zukunftsauftrag der »Freunde«.

Wir hoffen, diese Arbeit unterstützen zu können: Diese Spezial-Ausgabe der erziehungskunst erscheint online erstmals auch in englischer und spanischer Sprache.

PDF-Datei (4,1 MB):
http://www.erziehungskunst.de/fileadmin ... reunde.pdf
Herzliche Grüße
Ralf (Bargusin)


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