Mein Freund, der Curandero

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Hathor
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Mein Freund, der Curandero

Beitrag von Hathor »

Hallo Freunde,

Vor Jahrzehnten im vorigen Jahrhundert wanderte meine Tante Anne mit ihrem Mann Francois nach Ecuador aus. Jetzt war die Familie kürzlich auf einer Europareise bei uns zu Besuch. Tochter Denise hatte in Ecuador geheiratet, und zwar einen Einheimischen, einen Curandero.

Als ich das Wort Curandero zum erstenmal vernahm, konnte ich mir nichts darunter vorstellen. Erst Denise klärte mich auf. Sie übersetzte mir alles was ihr Mann Don Manuel sagte. Zwar stammte er von den einheimischen Shuar ab, einem Indianerstamm, war aber nicht reinblütig, denn irgendwo war noch ein Spanier dazwischen.

Ein Curandero ist eine Art Schamane, der sich auf Heilen spezialisiert hat. Es gibt sie in Mexico, Mittelamerika, Ecuador und auch in Brasilien. Nach ihrer Philosophie ist alles beseelt, belebte und unbelebte Materie, Sachen, die ganze Natur, Steine, Gewächse, die ganze Flora, alle Tiere und Menschen haben eine Seele. Sie haben auch die Meinung, dass Gott die Natur ist und dass Curanderos beim Heilen von göttlicher Kraft geleitet werden. Bei ihnen ist der menschliche Körper eine Ganzheit von Geist, Seele, Energie und Spiritualität. Jede Krankheit ist dagegen ein Energiefehler in diesem Gebilde.

Genau wie die anderen Schamanen reist ein Curandero in die Anderswelt durch Veränderung seines Bewußtseinszustandes und sucht dort Rat und Hilfe von dienstbaren Spirits zu erhalten. Hat er in Trance den Grund der Krankheit erfahren, dann macht er sich an die Arbeit. Manchmal muss er in zeremoniellen Reinigungen den Energiehaushalt im Körper seines Patienten bearbeiten und Limpias (Reinigungen) oder Sobadas (Energiemassagen) anwenden. Er weiß, dass Überfunktionen der Chakras genauso schädlich sind wie Unterfunktionen, in ganz hartnäckigen Fällen muss ein Curandero manchmal auch Seelenstücke aus der Anderswelt heimholen oder er muss sogar Besetzungen regulieren, wie sie professionelle brasilianische Kardecisten bei ihren Patienten anwenden.

Es gibt verschiedene Arten Curanderos. Ein Ayahuascero z B trinkt den Sud der Ayahuascero-Liane, was eine halluzinogene Wirkung auf ihn ausübt und ihm als Reittier bei Reisen in die Anderswelt dient. Bei seinen Reisen in die nichtalltägliche Wirklichkeit nimmt dieser Curandero Verbindung mit dem Lianen-Archetypus auf und stellt ihm seine Fragen. Denselben Weg schlägt auch ein Payotero ein, ein Esser und Heiler des Payote-Pilzes.

Dann gibt es noch die Paleros (Baum-Curanderos). Sie trinken den Sud von bestimmten Baumrinden, oder die Tabasceros (brauen sich ihren Sud mit Tabakpflanzen), und sogar Parfumeros (essen eine bestimmte Blumensorte). Alle sind auf ihre eigene Art ihres eigenen bestimmten Archetypus fixiert, mit dem sie in Kontakt treten und heilen.

Natürlich wollte ich dann auch von Don Manuel wissen, welche der beschriebenen Arten er anwandte. Doch er lächelte und schwieg. Erst Denise erzählte mir später, dass ihr Mann zuerst eine Art selbstgebrauten Lianensud trank und dann bei rhythmischer Trommelmusik sein Krafttier rief und mit ihm in die Anderswelt reiste.

Viele Grüße

Hathor
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pia
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Re: Mein Freund, der Curandero

Beitrag von pia »

schamanismus ist weisse magie sozusagen.
dies vòlker haben grossen
respekt vor der natur und leben mit ihr bestmòglich in harmonie.
die reinigungsrituale funktionieren.
lebensenergie und blockaden kònnen ins gleichgewicht gebracht werden und aufgetankt werden.
man ruft nur naturgeister und der grosse geist ist gott.
man besucht mit trommelmusik (auch ohne drogen) die oberwelt und die unterwelt(wo man im kampf eigene àngste besiegen und loswerden kann)
bei reinigungsritualen in schwitzhùtten kann man sogar bitten und beten fùr sich selber und andere und das schlechte ins feuer werfen und verbrennen.

ist ja keine schlechte sache irgendwie- nur eben doch magie von urvòlkern, welche keine anderen methoden hatten. drogen bleiben drogen- sind vielleicht bewusstseinerweiternd- aber manchmal bleibt man dann im zu weiten bewusstsein doch hàngen und kommt nichtmehr wirklich retour.

heutzutage wird alles alte wissen soweiso von anderen kulturen hergeholt und ausprobiert.
hab ich auch gemacht, aber da ist und bleibt doch vieles fraglich, ob es wirklich passt fùr uns oder uns wirklich helfen kann. ob wir damit nicht doch blòdsinn bauen...........

bin da auch mit baummeditationen sehr vorsichtig geworden. die bàume haben màchtige antennen nach oben und kònnen einem so einigen wusch erfùllen, aber alles hat folgen und konsequenzen zum auslòffeln dann .........

bin da sehr vorsichtig geworden- mit der weissen magie-wollte ich nur sagen.
nur plauder ich zuviel hier.

pia :?
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