Hallo Freunde!
Im 2. Monat der Erntezeit nach der Nilschwemme wurde in Oberägypten immer das Opet-Fest gefeiert. Man verehrte dabei Gottvater Amun, den Schutzgott von Theben und es war eins der höchsten Feste im ganzen Umkreis. Opet heißt Frauenhaus und dabei verließ Gott Amun seinen Tempel in Karnak und wanderte in seinen Tempel nach Theben, um sich mit seiner Frau Mut zu vermählen. Das Opet-Fest dauerte anfangs 11 Tage und wurde später verlängert auf 24 bis 27 Tage. Dabei wurde von allen Priestern des Amun voller Einsatz verlangt. Schon wochenlang vorher waren sie mit den Vorbereitungen beschäftigt und von der ganzen Umgebung her kamen die Gäste. Sogar vom benachbarten Lybien und Nubien kamen Würdenträger angereist, sowie Fürsten aus den umliegenden Gauen. Sie wollten alle untergebracht werden.
Dann wurden am Eingangspylon des Tempels von Karnak acht Wimpeln aufgezogen, das Zeichen, das es bald losging. 30 Priester trugen an langen Tragestangen die verhüllte Bake von Gott Amun aus seinem Tempel Richtung Nil. Die Ägypter glaubten ja damals, dass in der Statue in der verhüllten Bake der Gott tatsächlich anwesend war. Auch der Pharao war anwesend und bereits am Nilufer gab es lange Rituale und Zeremonien. Es gab Rauch- und Speiseopfer über mehrere Tage und das Fest hatte noch nicht begonnen. Die ersten Zuschauer trafen erst ein, während der Pharao immer noch am Amun-Schrein betete.
Die Priester setzten dann die Bake Amuns auf den den Nil, dann die Bake seiner Frau Mut und die seines Sohnes Chons. Jetzt erst begann das Opet-Fest. Mit Seilen wurde das hl Schiff vom Ufer aus vorwärts gezogen Richtung Theben. Auch der Pharao und sein Gefolge hatten inzwischen ihre Segelschiffe bestiegen und geleiteten die heiligen Götterbarken.
Mittlerweile hatte sich auf der 3 Km langen Prozessionsstraße von Karnak nach Theben eine ganze Menge Volk angesammelt und folgte lärmend und musizierend in Richtung auf das 100-torige Theben. Am Ufer zog Militär auf in Marschordnung und gab dem Gott Geleit. Überall gab es Musikkapellen, Trommeln, Trompeten und Kastagnetten.
Es muss ein prächtiger Anblick gewesen sein. Das viele Volk Kopf an Kopf auf der Allee mit den 1 300 Sphingen, dem hl Tier Amuns zwischen Karnak und Theben. Schon tagelang vorher waren aus dem nahen Nubien Feuerschlucker, Stockfechter und Magier gekommen und zeigten ihre Kunst. Dazwischen immer wieder Amun-Priesterinnen und Tänzerinnen mit Sistren.
Auf der 3 km langen Prozessions-Allee gab es jede Menge Stände, welche kostenlos Fleisch, Brot und Wein mit Obst und Gemüse verteilten. Jeder bekam soviel er wollte,denn Gott Amun war freigiebig.
Dann kamen die Götterbaken an der Anlegestelle in Theben an. Wieder dieselbe Prozedur mit Ritualen. Die Priester trugen die Baken durch ein Spalier von Tänzerinnen zum Amun-Tempel in Theben hinein. Zuerst die Bake von Gott Amun, dann die seiner Frau Mut und schließlich die seines Sohnes Chons.
Die hl Familie blieb nun mehrere Tage im Tempel und Amun feierte dort mit seiner Frau Mut Hochzeit, während draußen das Volk weiterfeierte und der Pharao in dieser Zeit Audienzen gab. Einige Tage später wurden dann die Götter wieder nach Karnak zurückgebracht, ihr alljährlicher Ausflug nach Theben war
beendet.
VG Hathor
Das Opet-Fest
-
eNTe
- Co-Moderator
Re: Das Opet-Fest
So ein Fest ist für manches gut.
Großeltern sehen die weit auseinander gewanderten Kinder und Enkel wieder.
Die Kaufleute freuen sich auf Geschäftsessen, neue Verhandlungen und gute Geschäfte.
Die Wissenschaftler über einen angenehmen Austausch der Erfahrungen.
Hübsche Frauen auf die Gelegenheit ihre Roben zu zeigen.
Künstlern geht es da ähnlich.
Die Klatschtanten kriegen neuen Erzählstoff.
Die Klatschonkel klatschen Beifall.
Die Politiker überlegen sich neue Strategien und bleiben in ihrer extra Loge, dass keiner sonst zuhört.
Die Spione mischen sich unauffällig darunter hinein.
Ach, und von dem Ganzen lenken so wunderbar die Priester ab, die andachtsvoll die Zeremonie zelebrieren und meinen sie sind der Mittelpunkt des ganzen Geschehens. Ach ich hätte es beinah vergessen, da sind da noch ein paar Gläubige, die dem allen ein mehr oder weniger glaubhaftes Ambiente liefern.
Gründe gibt es genug für ein recht langes und schönes Fest.
Großeltern sehen die weit auseinander gewanderten Kinder und Enkel wieder.
Die Kaufleute freuen sich auf Geschäftsessen, neue Verhandlungen und gute Geschäfte.
Die Wissenschaftler über einen angenehmen Austausch der Erfahrungen.
Hübsche Frauen auf die Gelegenheit ihre Roben zu zeigen.
Künstlern geht es da ähnlich.
Die Klatschtanten kriegen neuen Erzählstoff.
Die Klatschonkel klatschen Beifall.
Die Politiker überlegen sich neue Strategien und bleiben in ihrer extra Loge, dass keiner sonst zuhört.
Die Spione mischen sich unauffällig darunter hinein.
Ach, und von dem Ganzen lenken so wunderbar die Priester ab, die andachtsvoll die Zeremonie zelebrieren und meinen sie sind der Mittelpunkt des ganzen Geschehens. Ach ich hätte es beinah vergessen, da sind da noch ein paar Gläubige, die dem allen ein mehr oder weniger glaubhaftes Ambiente liefern.
Gründe gibt es genug für ein recht langes und schönes Fest.
