El Dorado - Der Goldene

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Hathor
Silber Engel
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El Dorado - Der Goldene

Beitrag von Hathor »

Hallo Freunde,

in ihrem übergierigen Goldwahn eroberten und zerstörten die Spanier das riesige Inkareich. Nichts charakterisierte ihre Gier nach Gold mehr als die Nichteinhaltung von Ehrgefühl und Moral für dieses güldene Metall. Dafür waren sie sogar bereit zu lügen, das Gastrecht zu verleugnen, ja zu morden, wie bei Atahualpa geschehen. Ihre Gier nach Gold war nicht zu übertreffen. So ist bekannt, dass sie jeden gefangenen Inka, manchmal sogar unter der Folter, nach eventuell vorhandenen Goldvorkommen verhörten Jeder der Conquistadoren hoffte auf diese Art schnell reich zu werden

Dabei erfuhren sie, dass am Rande des Herrschaftsbereiches der Inka, im heutigen Kolumbien, die Stämme der Chibcha und der Muisca lebten. Gefolterte Indianer verrieten ihnen, die Muisca würden in Gold schwimmen und die Chibcha seien hervorragende Goldschmiede. Bald machte die Geschichte von der etwas eigenartigen Tradition der Muisca die Runde.

Dort gab es den Bergsee von Guatavita und jedes Jahr einmal wurde der Herrscher nackt mit Goldstaub überzogen als goldener Mann auf einem Binsenfloß in die Mitte des Sees hinaus gefahren. Schon unterwegs warf sein Gefolge viele goldene Gegenstände in den See, Smaragde, Edelsteine und andere Preziosen. Zu diesem Zeitpunkt war der See voller Boote und fast alle Indianer opferten Kostbarkeiten. In der Mitte des Sees dann nahm der Herrscher ein Bad und wusch den Goldstaub ab.

Dieses Gerücht vom goldenen Mann verbreitete sich schnell unter den Konquistadoren und bald war der Name El Dorado in aller Munde. Zuerst war es nur der Herrscher, dann eine Stadt und schließlich war es ein goldenes Land, das die Spanier wie besessen suchten.


Bald konzentrierte sich die Suche ganz richtig auf den Bergsee von Guatavita. 1545 gab es den ersten Versuch zur Trockenlegung des Sees durch die beiden Spanier Lazaro Fonte und Hernan Perez de Quesada, doch nachdem der Wasserspiegel 3 m fiel, war schon Schluss, und letztlich erbeuteten sie nur einige Gold-Gegenstände. 1580 versuchte der Spanier Antonio de Sepulveda mit 8 000 Indianern einen Abflusskanal zu graben. Man sieht ihn auf dem Bild am gegenüberliegenden Ende. Doch dessen Wände stürzten ein und viele ertranken. Immerhin gelang es dem Spanier etwa 50 kg Gold zu bergen.

1820 wollte es ihm José Ignazio Paris nachmachen, doch auch er scheiterte.

Den letzten Versuch machte 1910 Hartley Knowles. Ihm gelang es tatsächlich den See trocken zu legen. Doch darunter gab es eine meterdicke Schlammschicht. Und als man daranging den Schlamm wegzuschaufeln, war man nicht schnell genug. Die Sonne trocknete ihn schneller und bald war er knochenhart.

1965 verbot endlich die kolumbianische Regierung jegliche erneuten Versuche zur Trockenlegung des Sees. Damit blieb die Geschichte von El Dorado, dem goldenen Mann bis auf den heutigen Tag nur noch als Sage bestehen.
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